Baugesuch

Eine Baubewilligung ist erforderlich für die Erstellung, Änderung und Nutzung von Bauten und Anlagen sowie die Beseitigung von Gebäuden in Kernzonen (§ 309 PBG).

Baugesuchsunterlagen

Für Bauvorhaben sind in der Regel folgende Pläne und Unterlagen in dreifacher Ausführung ausgedruckt und in Papier erforderlich (§ 3 BVV):

  • Baugesuchsformulare siehe im Online-Schalter
  • Aktueller Katasterplan mit eingezeichnetem Bauvorhaben (erhältlich beim Grundbuchgeometer: Bachmann Stegemann + Partner AG, Landstrasse 51, 8450 Andelfingen)
  • Aktueller Grundbuchauszug (erhältlich beim Grundbuchamt Winterthur-Oberwinterthur, Stadthausstrasse 12, 8400 Winterthur)
  • Projektpläne (Grundriss, Ansichten, Schnitte, Umgebung), je 3-fach
  • Berechnung Baumassenziffer / Ausnützungsziffer

Je nach Art und Lage des Bauvorhabens sind weitere Unterlagen notwendig (§ 5 BVV). In den Plänen sind abzubrechende Teile gelb und neue Teile rot anzulegen (§ 4 BVV). Das Baugesuch und sämtliche Unterlagen sind zu datieren und von der Bauherrschaft, dem Grundeigentümer und dem Projektverfasser zu unterzeichnen (§ 6 BVV). Sämtliche Gesuchsunterlagen sind beim Bauamt Ellikon a.d. Thur einzureichen.

Verfahren und Fristen

Eingehende Gesuche werden von der örtlichen Baubehörde (Anzeigeverfahren) oder dem Ingenieurbüro (ordentliches Verfahren) und den kantonalen Fachstellen auf ihre Vollständigkeit geprüft. Entscheide für Bauvorhaben im Anzeigeverfahren werden in der Regel innert drei bis vier Wochen gefällt. Die Bewilligungsdauer im ordentlichen Verfahren beläuft sich normalerweise auf fünf bis sechs Wochen. Sind kantonale Amtsstellen am Verfahren beteiligt, erhöht sich diese Frist.

Wie verläuft das Baubewilligungsverfahren?

Das Gesetz unterscheidet zwei Bewilligungsverfahren. Im Anzeigeverfahren (§§ 13ff BVV) werden bauliche Veränderungen von geringer Bedeutung behandelt (Vordächer, Balkone, Dachflächenfenster, Dachaufbauten, Schwimmbäder, Gartenhäuser und Schöpfe bis zu einer bestimmten Fläche, Mauern und Einfriedigungen bis 1,5 m Höhe, Reklameanlagen usw). Im Gegensatz zum ordentlichen Verfahren entfallen beim Anzeigeverfahren die Aussteckung und Ausschreibung des Bauvorhabens, dafür sind die Unterschriften der direkten Nachbarn erforderlich. Die Bewilligung erfolgt mit einem einfachen Brief oder - falls Auflagen erforderlich sind - in Form eines Beschlusses.

Im ordentlichen Verfahren (§§ 309ff PBG) werden gewichtigere Bauvorhaben behandelt. Das Projekt ist auszustecken und wird ausgeschrieben. Die Pläne liegen während 20 Tagen zur Einsichtnahme bei der Gemeindeverwaltung auf. Während dieser Frist können beim Bausekretariat Begehren zur Zustellung des Baurechtsentscheides eingereicht werden (damit wird das Rekursrecht offengehalten). Parallel zur öffentlichen Auflage erfolgt die Prüfung des Baugesuches durch den Bauberater, den Feuerschauer und - sofern erforderlich - durch die kantonalen Amtsstellen. Sobald die notwendigen Beurteilungen vorliegen, wird das Baugesuch vom Gemeinderat behandelt.

Publikation und Aussteckung

Das Bauvorhaben ist durch die Bauherrschaft auszustecken und wird durch die Gemeinde publiziert und während 20 Tagen öffentlich aufgelegt (§§ 311 und 314 PBG).

Bauvorhaben im Anzeigeverfahren müssen in der Regel weder ausgesteckt noch publiziert werden.

Verfahrensarten und Fristen

Nach Ablauf der Vorprüfung (in der Regel drei Wochen) wird das Gesuch, je nach Art, Lage und Umfang, entweder im ordentlichen Verfahren oder im Anzeigeverfahren behandelt.

Im ordentlichen Verfahren (§§ 319 - 321 PBG) treffen die Bewilligungsbehörden ihre Entscheide in der Regel innert 2 Monaten seit der Vorprüfung. Bei Neubauten und grösseren Umbauvorhaben steht eine Zeitspanne von 4 Monaten seit der Vorprüfung zur Verfügung.

Das Anzeigeverfahren (§§ 13 - 18 BVV) kann für Bauvorhaben von untergeordneter Bedeutung angewendet werden, sofern keine Interessen Dritter berührt werden. Die Behandlungsfrist beträgt 30 Tage nach Abschluss der Vorprüfung.

Anmerkung: Bei Bauvorhaben ausserhalb Bauzonen und in überkommunal geschützten Ortsbildern ist das Anzeigeverfahren nicht zulässig.

Baubewilligung

Stehen dem Bauvorhaben keine planungs-, bau- und umweltrechtliche Hindernisse entgegen, ist es zu bewilligen. Die Baubewilligung kann Auflagen, Bedingungen oder Befristungen enthalten (§§ 319 - 321 PGB). Der kantonale Entscheid wird zusammen mit dem kommunalen Beschluss koordiniert durch die Gemeinde eröffnet.

Gültigkeit der Bewilligung

Baurechtliche Bewilligungen erlöschen nach 3 Jahren, wenn nicht vorher mit der Ausführung begonnen worden ist. Die Frist beginnt mit dem Ablauf der letzten Rechtsmittelfrist (§ 322 PBG).

Kein Bewilligungsverfahren muss durchgeführt werden für (§1 BVV):

  • Bauten und Anlagen, deren grösste Höhe nicht mehr als 1,5 m beträgt und die eine Bodenfläche von höchsten 2 m2 überlagern,
  • Beseitigen von inneren Trennwänden zwischen Wohnräumen oder Verändern von Öffnungen in solchen Wänden,
  • Baubaracken, Bauinstallationen und Baureklametafeln,
  • untergeordnete Geländeveränderungen (weniger als 1 m Höhe oder 500 m2 Fläche)
  • Mauern und geschlossene Einfriedungen (bis zu einer Höhe von 80 cm) sowie offene Einfriedungen,
  • nicht leuchtende Eigenreklamen auf privatem Grund bis zu einer Fläche von 0,25 m2 je Betrieb,
  • nach aussen nicht in Erscheinung tretende Ausrüstungen von untergeordneter Bedeutung (Lichtanlagen, Bade-, Wasch- und Abortanlagen, Lüftungsaufsätze üblicher Konstruktion etc),
  • kleinere Werk- und Lagerplätze in der Industriezone,
  • Empfangsantennen, die in keiner Richtung 0,8 m überschreiten (nur ausserhalb von Kernzonen).

Diese nicht bewilligungspflichtigen Bauvorhaben müssen aber dennoch die sogenannten materiellen Bauvorschriften einhalten; das heisst, sie müssen zum Beispiel genügend gut gestaltet und in ihre Umgebung eingepasst sein.

Das Bauamt beantwortet Ihnen gerne weitere Fragen.

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